Über mich

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Nayeli, Minnie & ich

Anne Bucher

Trainerin für Menschen mit Hunden und Pferden – wie wird man das eigentlich?

Hätten wir uns schon gekannt, als ich als blondes, pausbäckiges Kind durch die Welt hüpfte und Sie hätten mich gefragt: „ Was wirst Du mal, wenn Du groß wirst?“ Wäre die Antwort immer gekommen wie aus der Pistole geschossen: „Reitlehrerin oder Tierärztin.“ Ganz klar! Die Tierärztin habe ich mir anders überlegt irgendwann im Jugendalter, der Grund war für mich eindeutig. Meine größte Sorge war, dass ich Menschen dabei unterstütze Raubbau mit ihren Tieren zu treiben. Tiere behandele nur damit sie am Wochenende darauf wieder ihre Leistung zeigen können. In wie weit meine eigene Faulheit in dieser Zeit meine Gedanken bestimmte, kann ich Ihnen heute gar nicht sagen. Es blieb die Reitlehrerin bzw. Pferdewirtin und dieses Ziel verfolgte ich eisern.

So begann ich schon früh in den Schulferien auf Reithöfen zu arbeiten, Unterricht zu geben, Aussritte zu leiten etc. Mit 16 Jahren verließ ich die Schule und nahm eine nahezu 600km von Zuhause entfernte Stelle an um meinen bisherigen Ferienjob zum Beruf werden zu lassen. Reitstunden, Ausritte, das Meer direkt vor der Tür, Eigenverantwort und 42 Pferde & Ponys mit in meiner Obhut – der Traum so vieler Mädchen. Ich durfte ihn leben. Ein Knochenjob, schlecht bezahlt und viel zu selten im Sinne der Tiere zu bewältigen. Aber ich habe viel gelernt, nicht nur über Pferde. Es folgte die Anstellung bei einem Pferdewirtschaftsmeister. Ebenfalls ein Knochenjob, ebenfalls viel zu selten im Sinne der Tiere zu bewältigen, ebenfalls lehr- & heilsam. Während ich schuftete wurde mir bewusst, dass dies nicht meinem Traum entsprach. Nicht wegen der Härte & Menge der Arbeit, sondern wegen des Umgangs mit den Tieren, den Anforderungen an die Tiere und dem Bild, welches die Menschen von einem „guten“ Pferd hatten. Mein Pferd und ich fielen auf, wegen der Statur, den Zielen, dem Umgang. Während ich mich weiter durchbiss passierte etwas, dass man wohl als „tragischen Unfall“ bezeichnen würde, mir aber aus heutiger Sicht einen wichtigen Wendepunkt ermöglichte. Beim täglichen Training zertrümmerte mir ein gefrusteter, ausrangierter und auf das Abstellgleis geschobener Hengst die Schulter. In diesem Moment war der Plan des Pferdewirtes „Bereiter“ im wahrsten Sinne des Wortes zerschmettert.

Das Fazit: Eine kaufmännische Ausbildung, dazu als ein Nebenverdienst weiter die Reitstunden und Ausritte, zudem die Versorgung von Hunden. Die kaufmännische Ausbildung, welche von mir im ersten Moment als Lückenfüller für die Genesungszeit der Schulter gedacht war, brachte mich zu vielen Jahren Tätigkeit im kaufmännischen Bereich und später ins Qualitätsmanagement. Erfahrungen von denen ich heute profitiere und die mir meine Selbsständigkeit deutlich einfacher machen.

Tiere begleiteten mich auch in dieser Zeit. Die eigenen sowieso, dazu Pflegetiere aus dem Tierschutz und die der von mir noch betreuten Pflegestellen und Kunden.

Irgendwann wuchs der Wunsch den Tierschutz „besser“ zu machen, mehr zu wissen und ich stieß über Umwege auf Dr. Ute Blaschke-Berthold von CumCane®. Jede Fortbildung die ich besuchte, jedes Mal wenn neues Wissen mein bisheriges durcheinander wirbelte und erweitere, merkte ich, dass der klassische Tierschutz und ich nicht mehr so gut zueinander passten. Es folgte die Konsequenz: Zunächst der Austritt aus dem von mir bisher unterstützten Verein, stattdessen die eigene Verhaltensberatung für Menschen mit Tieren und schlußendlich die Aufgabe meines bisherigen Hauptberufes um zum Ursprung zurück zu kehren – Zur Arbeit mit Menschen & Tieren.  Ein Beruf dem ich mit Leib und Seele nachgehe um mit und durch ihn mein Lebensunterhalt zu bestreiten.